Die grünen Höfe in Plänterwald müssen bleiben

Berlin, 7. Februar 2022. Das landeseigene Wohnungsbauunternehmen Stadt und Land hat die gemeinsame Absichtserklärung mit dem Bezirk Treptow-Köpenick aufgekündigt, wonach einige der grünen Innenhöfe der Orionstraße hätten geschützt werden sollen. Das Bezirksamt bemüht sich nun öffentlich um Schadensbegrenzung statt konsequent die Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung umzusetzen. Der Bausenator fordert derweil die maximale Ausnutzung des Baurechts. Alle gemeinsam ignorieren dabei wissentlich die Leitlinien der Bürgerbeteiligung in der räumlichen Planung des Landes Berlin.

Um die Bebauung der grünen Innenhöfe in der Orionstraße zu verhindern, hatte sich im vergangenen Jahr eine Büger:inneninitiative gebildet. In einem einstimmig von der BVV angenommenen Einwohner:innenantrag fordert sie eine intensive Bürger:innenbeteiligung und den Schutz des Baumbestands zwischen den existierenden Wohnhäusern in der Orionstraße in Plänterwald. Einen vergleichbaren Beschluss fasste die BVV Treptow-Köpenick im September 2021 verknüpft mit der Forderung, gegebenenfalls ein geordnetes Bebauungsplanverfahren anzustrengen. 

“Das Bezirksamt muss darlegen, ob die demokratischen Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung und der Einwohner:innenantrag von Beginn an wurscht waren. Überall in Berlin sollen jetzt grüne Innenhöfe bebaut statt erhalten werden und hier liegt das eigentliche Problem: Unter der Maßgabe, dass ohne Fundierung Zielzahlen für den Wohnungsbau ausgegeben wurden, sollen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften jetzt alle ihre Grundstücke maximal bebauen, auch wenn es sich dabei um die grünen Verbindungs- und Kommunikationsräume in städtebaulichen Ensembles handelt. Bürger:innenbeteiligung, Schutz gegen die Folgen der Klimakatastrophe und das Allgemeinwohl bleiben dabei maximal auf der Strecke”, resümiert Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung und Bauen, Umwelt und Tourismus der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und direkt gewählt im Wahlkreis Treptow-Köpenick 1, in dem sich die Orionstraße befindet.

Die Aussage von Bausenator Geisel, dass das Baurecht von nun an maximal auszunutzen sei, einerseits und das Gebaren der Stadt und Land andererseits, die sich unter Vortäuschung einer Bereitschaft zum Grundstückstausch öffentliche Kritik und demokratische Kontrolle vom Leib halten wollte, ist fast unverfrorener als das, was Berlin von privaten sogenannten Investor:innen gewohnt ist. 

“Die grünen Innenhöfe in der Orionstraße und andernorts sind das Ergebnis einer intensiven architektonischen Auseinandersetzung mit den Wohnverhältnissen in den Berliner Mietskasernen vor hundert Jahren. Licht, Luft, Grün, Orte der Begegnung und des Austauschs für die Bewohner:innen sind eng verknüpft mit der städtebaulichen Entwicklung Berlins und des kommunalen Wohnungsbaus. Dieses Erbe treten der sozialdemokratische Bausenator Geisel, das Bezirksamt Treptow-Köpenick und die Stadt und Land gerade in die Tonne! Das ist unverantwortlich, kurzsichtig und einer Großstadt vollkommen unwürdig”, so die Stadthistorikerin Katalin Gennburg weiter.

Pressekontakt  

Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick vom 4. Februar 2022: https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1173921.php

Pressemitteilung der BI Plänterwald vom 7.Februar 2022: https://bi-plaenterwald.de/cover/135-pressemitteilung-der-bi-plaenterwald.html

Kundgebung am 6. Februar um 15 Uhr auf der Marggraffbrücke: Ausschreibung stoppen, neu planen, Baumschulenweg erschließen – die Tram muss über die Marggraffbrücke!

Berlin, 3. Februar 2022. Nach Presseberichten über die Fehlplanung des Neubaus der Marggraffbrücke fordern DIE LINKE. Treptow-Köpenick und Katalin Gennburg vor Ort einen Stopp der Ausschreibung für den Neubau, um tragfähige Lösungen für die Tram auf der Brücke zu erarbeiten. Sie rufen für Sonntag, den 6. Februar, um 15 Uhr zu einer Kundgebung auf der Brücke zwischen Baumschulenweg und Schöneweide auf.

Jüngst wurde bekannt, dass der Neubau der Marggraffbrücke nicht in der Lage sein wird, die im Berliner ÖPNV-Bedarfsplan für 2035 zur Fertigstellung vorgesehene Tramverbindung vom Potsdamer Platz nach Schöneweide aufzunehmen. Die Linie soll durch die Baumschulenstraße führen und damit den gesamten Ortsteil Baumschulenweg mit einer leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV-Anbindung versorgen.

Mit der Kundgebung wird Mobilitätssenatorin Jarasch aufgefordert, beim bundeseigenen Wasserstraßen-Neubauamt, das für die Planung verantwortlich ist, einen Stopp der in Kürze geplanten Ausschreibung für den Neubau zu erwirken, um Zeit für Gespräche über eine tragfähige Lösung bzw. Neuplanung zu gewinnen, die den Bau der Tramstrecke ermöglicht statt auf Jahrzehnte zu verbauen.

Die stationäre Kundgebung ist bei der Versammlungsbehörde angemeldet. Es werden Redebeiträge unter anderem von Katalin Gennburg (MdA, DIE LINKE) und Jens Wieseke (IGEB) erwartet und das Anliegen durch Transparente verdeutlicht. Die Veranstalter:innen rufen alle Teilnehmenden dazu auf, die geltenden Hygienebestimmungen und Abstände einzuhalten.

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Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Baumschulenweg erschließen: Die Tram muss über die Marggraffbrücke!”, Pressemitteilung von Katalin Gennburg vom 1. Februar 2022: http://katalingennburg.de/wp/2022/02/01/baumschulenweg-erschliessen-die-tram-muss-ueber-die-marggraffbruecke/

Freitag, 11. März, 17:00 Uhr, S-Bahnhof Treptower Park: Rundgang ‚Mobilität für alle oder freie Fahrt nur fürs Auto?‘

Durch die kaputte Elsenbrücke und die A100-Baustelle steht der Bus im Stau und immer mehr Autoverkehr verlagert sich in die umliegenden Straßen. Die Folge sind Lärm und Abgase in unseren Kiezen und die Wege sind vor allem für Kinder nicht mehr sicher. An dieser Situation wird sich auch nichts ändern, wenn die A100 fertig gebaut und die neue Elsenbrücke errichtet ist, eher ist mit noch mehr Autoverkehr zu rechnen. Deshalb müssen wir jetzt handeln, um eine sozial und ökologisch verträgliche Mobilität für alle bei uns in den Kiezen zu erreichen.


Katalin Gennburg lädt Sie und Euch ein, bei einem Rundgang genau die Orte im Treptower Norden zu besuchen, an denen bereits jetzt der Autoverkehr andere Verkehrsarten ausbremst. Wir wollen vor Ort gemeinsam besprechen, was sich ändern muss und wie dies erreicht werden kann. Bringen Sie auch gern Ihre Ideen ein!

Treffpunkt ist am Freitag, 11. März, um 17 Uhr am S-Bahnhof Treptower Park vor
dem Imbiss Ecke Elsenstraße / Am Treptower Park.
Der Rundgang wird ca. 90 Minuten dauern und endet im Kungerkiez.

Dienstag, 22. Februar, 19:00 Uhr: Kunger-Kiezblock: Sozial gerechte Stadtentwicklung in Alt-Treptow.

Enge, dicht beparkte Straßen und jede Menge Autoverkehr durch Wohngebiete: Spätestens seitdem die marode Elsenbrücke erneuert und die Straße ‚Am Treptower Park‘ gesperrt ist, weichen immer mehr Autofahrer:innen durch den Kungerkiez aus. Eine nicht endende Autoschlange zieht vorbei an der Grundschule Bouchéstraße und macht den Schulweg für die Kinder zu einer hochriskanten Angelegenheit. Gleichzeitig belastet Autoverkehr Kiefholz- und Karl-Kunger-Straße.


Dass es auch anders geht, zeigt der Blick über Bezirksgrenzen hinaus: In Mitte oder Friedrichshain entstehen Kiezblocks, um die Straßen zu öffnen und den motorisierten Durchgangsverkehr aus den Wohngebieten herauszuhalten. Um das auch in Alt-Treptow zu erreichen, hat eine Initiative aus Büger:innen des Kungerkiezes einen Einwohner:innenantrag mit knapp 1200 gültigen Unterschriften eingereicht, der am 27. Januar 2022 in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht wurde.

Wie ein Kiezblock funktioniert, wie er den Autoverkehr aus den Kiezen heraushält und
was Ihre Wünsche und Ideen dazu sind, darüber möchten mit Euch und Ihnen am Dienstag, 22. Februar, um 19.00 Uhr sprechen:
Katalin Gennburg, für DIE LINKE. im Abgeordnetenhaus
Miriam Boger, Mitinitiatorin des Einwohner:innenantrags
Moderation: Fabian Wisotzky, DIE LNKE. Treptow-Köpenick

Die Veranstaltung findet online statt: https://us02web.zoom.us/j/81535700570?pwd=bW1DVWRwRkJtak8xUkdrSDhHTFZ3Zz09