urbanize! Festival: Munizipalistischer Tech-Urbanismus, 11.10.2018 18:00

Ich freue mich sehr mit einer Veranstaltung am urbanize! Festival 2018 in Berlin teilnehmen zu können:

Munizipalistischer Tech-Urbanismus

Segen der Digitalisierung? Löst Technologie alle gesellschaftlichen Probleme?

Abseits der großen Heilsversprechen der Big Player erkunden Common Grounds  und Katalin Gennburg in Diskussion miteinander, ob und wie technische Möglichkeiten für eine demokratische Stadtentwicklung nutzbar werden können: open source, in kollektivem Eigentum und am Gemeinwohl und an den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft orientiert.

11.10.2018 18:00 – 21:00
Spreefeld (Optionsraum 3), Wilhelmine-Gemberg-Weg 14, 10179 Berlin

Erreichbarkeit: Haltestelle Heinrich-Heine-Straße – U8; Haltestelle Michaelkirchstraße – Bus 165 / 265

https://berlin.urbanize.at/veranstaltungen/munizipalistischer-tech-urbanismus/

Die Veranstaltung findet als Teil des urbanize! internationalem Festival für urbane Erkundungen in Berlin statt. Das urbanize! ist eine zehntägige Vernetzungs-, Theorie- und Praxisplattform für Menschen, die sich für das „Recht auf Stadt“ interessieren und engagieren.

Wie lässt sich Stadt zusammen emanzipativ-demokratisch gestalten? Dreißig stadtentwicklungspolitische Berliner Akteur*innen und dérive – Zeitschrift für Stadtforschung laden ein zum Diskurs.

Programm: https://berlin.urbanize.at/veranstaltungen/
More: www.berlin.urbanize.at

Facebook Event: https://de-de.facebook.com/events/2655775111314524/

urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen in Berlin wird gefördert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin und dem Bezirksamt Mitte von Berlin. Weitere Förder*innen sind die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und das August Bebel Institut.

“Kleingärten – unverzichtbar in der wachsenden Stadt!?” – Ein Veranstaltungsbericht

Am 17. September veranstaltete ich in meinem Wahlkreis in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Berliner Kleingärten. Die Veranstaltung fand in der Kolonie Treptows Ruh statt, die eine von 32 Kleingartenanlagen im Bezirk Treptow-Köpenick ist, deren Schutzfrist 2020 ausläuft.

Am Nachmittag vor der Podiumsdiskussion durchwanderten gut 15 Gäste mit Margrit Gennburg den Kleingartenpark Treptow. Ziel der Kräuterwanderung war, einen kleinen Wildkräutervorrat anzulegen. Nach der Besichtigung des Klimagartens von Treptows Ruh fanden wir Hopfen, Sauerampfer, Beifuss, Sanddorn und viele andere Heil- und Teekräuter. Die Kleingartenanlagen und ihr Umfeld sind nämlich nicht nur Orte der Erholung sondern stellen auch ein wichtiges Reservoir für eine vielfältige Pflanzen- und Insektenwelt dar.

Ab 19 Uhr diskutierte ich mit meinen Gästen. Auf dem Podium fanden sich Günter Landgraf, Präsident des Berliner Landesverbands der Gartenfreunde, Klaus Neumann, Prof. em. für Landschaftsarchitektur, Beuth Hochschule Berlin und Sebastian Scheel, Staatssekretär für Bauen und Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Im Publikum waren fast 40 Bürger*innen, Kleingärtner*innen und deren Unterstützer*innen.

Hintergrund der Veranstaltung war die immer wiederkehrende Diskussion um die Bebauung der Berliner Kleingärten. Die Investoren bringen sich schon in Position und fangen auch bereits an, Kleingartenanlagen, die sich nicht auf Boden in Landeseigentum befinden, aufzukaufen, um dort weitere Luxusquartiere in Beton gießen zu können.

Professor Neumann traf bereits zu Beginn einen wichtigen Nerv auch der Gäste: In der wachsenden Stadt braucht man auch mehr Kleingärten. Damit forderte er denn auch direkt zu einer offensiveren Diskussion des Themas auf. Kleingärten seien zudem ein integraler Bestandteil der Stadtkultur und müssten deswegen in ihrer Bedeutung gerade nicht als Flächenreserve sondern als schützenswertes Kulturgut angesehen werden.

Günter Landgraf verdeutlichte, dass er mit dem Stand der Beteiligung der Gartenfreunde an der Erstellung des Kleingartenentwicklungsplans und des Stadtentwicklungsplans Wohnen nicht einverstanden ist. Zudem rief er die Kleingärtner*innen dazu auf, gemeinsam für den Erhalt der Kolonien zu kämpfen.

Staatssekretär Scheel verdeutlichte wie schwierig die Abstimmung sei, wenn unterschiedliche Senatsverwaltungen gleichzeitig an Planwerken arbeiteten, die sich auf die gleichen Flächen beziehen.

Aus dem engagiert mit diskutierenden Publikum wurde vor allem auch angemahnt, dass man sich in den Senatsverwaltungen nicht nur mit den Investor*innen an einen Tisch setzen dürfe. Die Orientierung am Gemeinwohl darf dabei nicht dem Glauben an Runde Tische geopfert werden, mit denen sich das Machtungleichgewicht zwischen finanzstarken Investoren und den selbstorganisierten und ehrenamtlichen Interessenvertretungen der urbanen Gärtner*innen gerade nicht ausgleichen ließe.

Für mich war es eine spannende Veranstaltung, die mir auch gezeigt hat, dass es sich umso mehr für den Erhalt aller Kleingärten zu kämpfen lohnt, je mehr sich die Baumafia nach den Flächen die Finger leckt. Stadtentwicklung und Grünentwicklung sind zwei Seiten derselben Medaille. Als LINKE stehe ich weiterhin gegen Verdrängung aus Wohnungen und Kleingärten und gegen den damit verbundenen Klassenkampf von oben.