#berlinerwasser: Öffentliche Trinkbrunnen – auch für Treptow!

Trinkwasserbrunnen sind öffentliche Daseinsvorsorge! Wie dies auch gelingt zeigt eine kleine Erfolgsstory:

Trinkwasserbrunnen im Preußenpark am Fehrbelliner Platz in Berlin-Wilmersdorf
Foto: Manfred Brückels (CC BY-SA 3.0)

Zu sommerlichen Hochtemperaturen verschickten die Berliner Wasserbetriebe eine Karte der bisher installierten öffentlichen Trinkbrunnen. Bisher gibt es 96 Trinkbrunnen in Berlin (plus 62 Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden).

Diese sollen weiter ausgebaut werden: dank Abgeordnetenhausbeschluss stellt das Land Berlin erstmals eine Millionen Euro für ein Trinkbrunnenbauprogramm zur Verfügung. Über die ganze Stadt verteilt bauen die Wasserbetriebe nun Trinkbrunnen und Wasserspender und haben so von einer Ursprungszahl von 45 Trinkbrunnen, die Anfang 2018 bereits in Betrieb waren, schon mächtig zugelegt!

Auch 2020 werden weitere Brunnen gebaut; unter anderem werden geeignete Standorte gesucht um speziell Obdachlosen einen besseren Zugang zum Trinkwasser zu ermöglichen.

Allerdings sind Trinkbrunnen in Treptow-Köpenick rar, wie mich auch Bürger aus meinem Bezirk hinwiesen: Insbesondere an der viel genutzten S-Bahn Station Treptower Park und der Wasserpromenade wäre ein solcher Trinkbrunnen sehr willkommen.

Eine Anfrage bei den Berliner Wasserbetrieben brachte eine Antwort in Rekordzeit: Derzeit stehen im Bezirk vier Trinkbrunnen. Die Wasserbetriebe prüfen gerade die technische Umsetzbarkeit an folgenden weiteren vier Standorten im Bezirk, zwei davon direkt in Baumschulenweg:

  • Treptower Park/ Rosengarten
  • Friedhof/ Park Baumschulenweg
  • Frauentog (neben Schloss Köpenick) –
  • Baumschulenweg, vor der Volkshochschule

Bis Mitte Juli wird nun die technische Realisierbarkeit geprüft, danach werden die entsprechenden Anträge auf Genehmigung beim Bezirksamt eingereicht, und dann schnellestens umgesetzt. Laut Wasserbetrieben stehen die Baufirmen schon bereit: „Läuft alles glatt, stehen die Brunnen noch in diesem Jahr.“

Gerne setze ich mich für weitere Trinkbrunnen im Kiez ein. Meine Anregung zur Errichtung eines Trinkwasserbrunnens im Kungerkiez wurde direkt weitergegeben und wird nun auf die technische Machbarkeit geprüft. Die Berliner Wasserbetriebe sind allerdings auch dankbar für weitere Hinweise zu Standorten. Diese können ganz simpel direkt an trinkbrunnen@bwb.de geschickt werden. So läuft Stadt zum Mitmachen!

Ein großer Dank gebührt den Mitarbeitern der Berliner Wasserbetriebe. Denn: Nicht nur bei den sommerlichen Temperaturen ist der Zugang zu freiem Trinkwasser im öffentlichen Straßenland ein wichtiger Baustein einer lebenswerten Stadt.

2. Floßdemo: Für einen Spreepark von unten!


Am 16. Juni forderte das Bündnis „Offene Republik Spreepark“ mit einer erneuten Floßdemo einen offenen Spreepark für Kunst, Kultur, Produktion und Schnapsideen. Da die Demo auf dem Wasser neben der sonntäglich gut besuchten Insel der Jugend entlangfuhr – u.a. mit einer Live-Band – gab es recht viel Aufmerksamkeit der Flaneure.

U.a. dabei waren neben den Kulturflößern, Künstlern und Vertretern der Clubcommission auch Aktivisten des „Buch für alle“ Bündnisses (Rummelsbucht). Der Spreepark ist letztendlich eine der letzten großen Freiflächen der Stadt und soll so offen wie möglich von unten gestaltet werden – als Ort für unabhängige Kulturprojekte und für unbequeme Kunst. Es gilt, das Schrille, das Schräge, das Nicht-Eingängige, das was Berlin ausmacht, zu reklamieren: Mit einem Platz für freie Kulturproduktion und prozessoffene Nutzungen. Das heißt konkret:

  • Einen Ort zum aktiven Mitgestalten statt passiven Konsum (Beispiel: Haus der Statistik).
  • Das Einrichten öffentlicher Werkstätten für die anliegenden Kulturflöße, weitere gemeinwohlorientierte Werkstätten und ein kommunales Fablab.
  • Einen Ort der Kunst, Kultur und Bürgerinnenengagement miteinander verbindet.
  • Einen eintrittsfreien Park ohne Umzäunung und ohne Zugangsbeschränkung
  • Einen Park der sich zur Spree hin öffnet und nicht nur an der Spree liegt
  • Anlege- und Liegemöglichkeiten für Wasserfortbewegungsmittel, z.B. in Form eines Kulturhafens für Flöße, Kulturvereine und Selbstbauboote
  • Produktions- und Präsentationsorte für Kunst- und Kulturschaffende im Park
  • Erhalt der Bauten im Park, insbesondere des Eierhäuschens und Öffnung für eine neue und unkommerzielle Nutzungen
  • Kein Ausbau des Dammweges, da dies aus ökologischen Gründen nicht vertretbar ist
  • Keine Parkplätze im Wald für Individualverkehr (außer für Menschen mit
    Beinträchtigungen)
  • Möglicherweise Ausbau der Verkehrsanbindung über den wasserseitigen Fährverkehr
  • Vorrangig Vertrieb regionaler Produkte auf dem gesamten Gelände des Spreeparks

Autobahndeckel

Für jedes Problem gibt es 1 Deckel!
Deshalb: Autobahn deckeln und dafür Lebensraum zurückgewinnen, bspw. in Treptow – dazu haben wir im Abgeordnetenhaus von Berlin in der letzten Sitzung vor der Sommerpause JA! gesagt.

Nun wird eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die untersucht, wo und wie wir Raum strategisch zurückgewinnen, Quartiere wieder verbinden können, stinkende Betonwannen wegdeckeln und die Stadt endlich menschenwürdig umbauen können.
Für den Treptower Deckel werde ich auch weiterhin hart kämpfen, denn hier geht es konkret um Schulwege unserer Kleinsten…

Klar ist: Wir brauchen eine Investitionsoffensive für den Stadtumbau und das verträgt sich nicht mit dem Mantra der Schwarzen Null, auch das habe ich unterstrichen.