Umsonst pinkeln auch für Frauen – Frauenpissors bald an 24 Standorten im Testbetrieb

Berlin, 12. Mai 2022. Der Senat berichtet  im Zuge der Haushaltsberatungen, dass ab 2023 aus den Mitteln des Innovationsförderfonds 24 kostenlose Urinale für Frauen in Berlin aufgestellt und erprobt werden sollen. Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Tourismus der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, setzt sich seit Jahren für kostenlos nutzbare Toiletten für alle in Berlin ein und begrüßt das Vorhaben als einen ersten Schritt auf dem langen Weg zum gendergerechten und demokratischen Zugang zum öffentlichen Raum.

Bereits im Februar 2021 fragte Katalin Gennburg den Senat nach Möglichkeiten, für Personen ohne Penis in Berlin öffentlich betriebene und kostenlos nutzbare Urinale analog derer für Menschen mit Penis bereitzustellen. Die damalige Antwort des Senats fiel jedoch eher verhalten aus. Dabei sind kostenlos nutzbare Toiletten eine Grundvoraussetzung dafür, dass öffentlicher Raum auch wirklich öffentlich ist und es nicht einsichtig ist, warum Frauen verwehrt bleiben soll, was Männern regelmäßig gewährt wird: Kostenloses Pinkeln.

“Frauen wird durch die bisherige Toilettenpolitik Berlins der gleichberechtigte Zugang zum öffentlichen Raum verwehrt. Kostenlos nutzbare Toiletten für alle, sind – unabhängig von persönlichen Vorlieben und Anekdoten – Voraussetzung für gerechte Teilhabe und Inhalt einer sozialen Stadtpolitik sowie im übrigen in vielen Ländern und Metropolen rund um den Globus ein öffentlicher Standard, für den ich mich seit Jahren auch in Berlin einsetze”, so die feministische Stadtforscherin Gennburg.

Der Senat plant, im Jahr 2023 verschiedene Typen autarker, gendergerechter und barrierefreier Toiletten mit Frauenpissoirs in Berliner Parks und Grünanlagen zu testen. Diese sollen ab 2024 die vorhandenen Sanitärcontainer ersetzen. 

“Ich begrüße ausdrücklich, dass die gendergerechte Ausstattung mit Frauenpissoirs zu den Voraussetzungen für die künftigen autarken Toiletten gehört. Innovativ mag dabei die verwendete Technologie sein, das Bedürfnis dahinter ist dies allerdings nicht. Wichtig ist jetzt, dass wir nicht beim Modellprojekt bleiben, sondern uns auch unverzüglich daran machen, kostenloses Pinkeln für alle nicht nur in Parks und Grünanlagen sondern auch stadtweit bei allen öffentlichen Toiletten zu ermöglichen – so viel Geld muss sein!”, so Gennburg weiter.

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Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Weiterführende Links:

Bericht des Senats an den Hauptausschuss zur Errichtung kostenlos nutzbarer Frauenpissoirs (Bericht Nr. 7, S. 18): https://www.parlament-berlin.de/adosservice/19/Haupt/vorgang/h19-0281-v.pdf

“Umsonst pinkeln für alle!” – Schriftliche Anfrage von Katalin Gennburg vom 17. Februar 2021: https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-26724.pdf

Pressemitteilungen von Katalin Gennburg zum Thema vom 27. August 2021 und vom 18. November 2021:

http://katalingennburg.de/wp/2021/08/26/umsonst-pinkeln-fuer-alle-oeffentliche-toiletten-und-die-privatisierte-stadt-rundgang-mit-katalin-gennburg-und-prof-margit-mayer-27-august-18-uhr-platz-am-kaisersteg-in-schoeneweide/

http://katalingennburg.de/wp/2021/11/18/der-19-november-ist-welt-toiletten-tag-oeffentliche-toiletten-berlinweit-und-eintrittsfrei-fuer-alle/

Spreeathen nicht verbauen!

Berlin, 21. März 2022. Seit 1993 findet am 22. März der von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltwassertag statt, der in diesem Jahr unter dem Motto “Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz” steht. Auch in und um Berlin entwickelt sich der Schutz der Wasserversorgung immer mehr zur Herausforderung. Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung und Bauen, Umwelt und Tourismus der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, erinnert daran, dass der Zugang zu, Wasser als öffentlichem Gut in Berlin immer mehr eingeschränkt wird und der forcierte Wohnungsneubau im Zielkonflikt mit den ökologischen Lebensvoraussetzungen der Stadt steht.

Der Name Berlins leitet sich vom altpolabischen Wort ‘Birlin’ ab, welches ‘Ort auf sumpfigem Gelände’ bedeutet, mithin wurde die Stadt also an einem Ort mit großen Wasserressourcen gegründet. Die Gewässer der Stadt, insbesondere die Spree, an der in der Neuzeit eine Reihe ikonischer Bauten durch absolutistische Herrscher errichtet wurden, führten zum Beinamen Spreeathen. Heute stellt sich die Situation der Berliner Gewässer und des Grundwassers allerdings nicht mehr so üppig dar. 

Berlin und Brandenburg haben seit 2018 mehrere Dürrejahre erlebt und auch für 2022 bahnt sich eine erhebliche Niederschlagsknappheit an. Dies wird schwerwiegende Folgen für die Berliner Bäume, Grünflächen und Kleingärten haben. Die Rot-Grün-Rote Landesregierung hat sich auch deswegen zum Ziel gesetzt, spätestens 2030 eine Netto-Null-Versiegelung zu erreichen und will hierfür Entsiegelungsprogramme aufsetzen und die Schwammstadt als ökologisch verträgliches Städtebauprinzip umsetzen.

“Wir brauchen künftig mehr denn je jeden unversiegelten Quadratmeter Boden, um die knapper werdenden Niederschläge zu halten und für Grundwasser und Stadtnatur zur Verfügung zu stellen. Jeder grüne Innenhof, der der Nachverdichtung zum Opfer fällt, jedes neue Stadtquartier, jede neue Autobahn versiegelt Flächen und lokale wirksame Ausgleichsflächen werden knapper. Ich warne davor, im Zielkonflikt zwischen “BauenBauenBauen” und dem Erhalt der ökologischen Lebensgrundlagen Berlins ideologisch ersteres absolut und letzteres als verzichtbaren Luxus anzusehen. Wenn die Regierende Bürgermeisterin und der Bausenator bauen wollen, dann müssen sie schon jetzt sagen, wo sie gleichzeitig und nicht erst in ferner Zukunft entsiegeln werden”, fordert Katalin Gennburg.

Im Zuge der Verbauung der Stadt in den vergangenen Jahren ist auch der Zugang zu den Oberflächengewässern durch die Privatisierung und Bebauung von Ufergrundstücken für die Berliner:innen und die Stadtnatur immer stärker eingeschränkt.

“In der letzten Legislaturperiode haben wir im Abgeordnetenhaus auf meine Initiative hin beschlossen, dass es eine neue Berliner Uferkonzeption geben soll, die den öffentlichen Zugang zu den Gewässern und die Stadtnatur im Einklang vorrangig vor privaten Eigentumsinteressen behandeln soll und dabei alle Instrumente des Baugesetzbuches einbezieht, so wie es die Westberliner Uferkonzeption von 1978 ganz selbstverständlich getan hat – heute muss unbedingt an dieses Anliegen und seine Durchsetzung auch in der neuen Legislaturperiode erinnert werden”, so Katalin Gennburg.

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Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Die grünen Höfe in Plänterwald müssen bleiben

Berlin, 7. Februar 2022. Das landeseigene Wohnungsbauunternehmen Stadt und Land hat die gemeinsame Absichtserklärung mit dem Bezirk Treptow-Köpenick aufgekündigt, wonach einige der grünen Innenhöfe der Orionstraße hätten geschützt werden sollen. Das Bezirksamt bemüht sich nun öffentlich um Schadensbegrenzung statt konsequent die Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung umzusetzen. Der Bausenator fordert derweil die maximale Ausnutzung des Baurechts. Alle gemeinsam ignorieren dabei wissentlich die Leitlinien der Bürgerbeteiligung in der räumlichen Planung des Landes Berlin.

Um die Bebauung der grünen Innenhöfe in der Orionstraße zu verhindern, hatte sich im vergangenen Jahr eine Büger:inneninitiative gebildet. In einem einstimmig von der BVV angenommenen Einwohner:innenantrag fordert sie eine intensive Bürger:innenbeteiligung und den Schutz des Baumbestands zwischen den existierenden Wohnhäusern in der Orionstraße in Plänterwald. Einen vergleichbaren Beschluss fasste die BVV Treptow-Köpenick im September 2021 verknüpft mit der Forderung, gegebenenfalls ein geordnetes Bebauungsplanverfahren anzustrengen. 

“Das Bezirksamt muss darlegen, ob die demokratischen Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung und der Einwohner:innenantrag von Beginn an wurscht waren. Überall in Berlin sollen jetzt grüne Innenhöfe bebaut statt erhalten werden und hier liegt das eigentliche Problem: Unter der Maßgabe, dass ohne Fundierung Zielzahlen für den Wohnungsbau ausgegeben wurden, sollen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften jetzt alle ihre Grundstücke maximal bebauen, auch wenn es sich dabei um die grünen Verbindungs- und Kommunikationsräume in städtebaulichen Ensembles handelt. Bürger:innenbeteiligung, Schutz gegen die Folgen der Klimakatastrophe und das Allgemeinwohl bleiben dabei maximal auf der Strecke”, resümiert Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung und Bauen, Umwelt und Tourismus der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und direkt gewählt im Wahlkreis Treptow-Köpenick 1, in dem sich die Orionstraße befindet.

Die Aussage von Bausenator Geisel, dass das Baurecht von nun an maximal auszunutzen sei, einerseits und das Gebaren der Stadt und Land andererseits, die sich unter Vortäuschung einer Bereitschaft zum Grundstückstausch öffentliche Kritik und demokratische Kontrolle vom Leib halten wollte, ist fast unverfrorener als das, was Berlin von privaten sogenannten Investor:innen gewohnt ist. 

“Die grünen Innenhöfe in der Orionstraße und andernorts sind das Ergebnis einer intensiven architektonischen Auseinandersetzung mit den Wohnverhältnissen in den Berliner Mietskasernen vor hundert Jahren. Licht, Luft, Grün, Orte der Begegnung und des Austauschs für die Bewohner:innen sind eng verknüpft mit der städtebaulichen Entwicklung Berlins und des kommunalen Wohnungsbaus. Dieses Erbe treten der sozialdemokratische Bausenator Geisel, das Bezirksamt Treptow-Köpenick und die Stadt und Land gerade in die Tonne! Das ist unverantwortlich, kurzsichtig und einer Großstadt vollkommen unwürdig”, so die Stadthistorikerin Katalin Gennburg weiter.

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Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick vom 4. Februar 2022: https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1173921.php

Pressemitteilung der BI Plänterwald vom 7.Februar 2022: https://bi-plaenterwald.de/cover/135-pressemitteilung-der-bi-plaenterwald.html

Kundgebung am 6. Februar um 15 Uhr auf der Marggraffbrücke: Ausschreibung stoppen, neu planen, Baumschulenweg erschließen – die Tram muss über die Marggraffbrücke!

Berlin, 3. Februar 2022. Nach Presseberichten über die Fehlplanung des Neubaus der Marggraffbrücke fordern DIE LINKE. Treptow-Köpenick und Katalin Gennburg vor Ort einen Stopp der Ausschreibung für den Neubau, um tragfähige Lösungen für die Tram auf der Brücke zu erarbeiten. Sie rufen für Sonntag, den 6. Februar, um 15 Uhr zu einer Kundgebung auf der Brücke zwischen Baumschulenweg und Schöneweide auf.

Jüngst wurde bekannt, dass der Neubau der Marggraffbrücke nicht in der Lage sein wird, die im Berliner ÖPNV-Bedarfsplan für 2035 zur Fertigstellung vorgesehene Tramverbindung vom Potsdamer Platz nach Schöneweide aufzunehmen. Die Linie soll durch die Baumschulenstraße führen und damit den gesamten Ortsteil Baumschulenweg mit einer leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV-Anbindung versorgen.

Mit der Kundgebung wird Mobilitätssenatorin Jarasch aufgefordert, beim bundeseigenen Wasserstraßen-Neubauamt, das für die Planung verantwortlich ist, einen Stopp der in Kürze geplanten Ausschreibung für den Neubau zu erwirken, um Zeit für Gespräche über eine tragfähige Lösung bzw. Neuplanung zu gewinnen, die den Bau der Tramstrecke ermöglicht statt auf Jahrzehnte zu verbauen.

Die stationäre Kundgebung ist bei der Versammlungsbehörde angemeldet. Es werden Redebeiträge unter anderem von Katalin Gennburg (MdA, DIE LINKE) und Jens Wieseke (IGEB) erwartet und das Anliegen durch Transparente verdeutlicht. Die Veranstalter:innen rufen alle Teilnehmenden dazu auf, die geltenden Hygienebestimmungen und Abstände einzuhalten.

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Katalin Gennburg – buero.gennburg@linksfraktion.berlin – www.katalingennburg.de

Baumschulenweg erschließen: Die Tram muss über die Marggraffbrücke!”, Pressemitteilung von Katalin Gennburg vom 1. Februar 2022: http://katalingennburg.de/wp/2022/02/01/baumschulenweg-erschliessen-die-tram-muss-ueber-die-marggraffbruecke/